Warum Ledersattel? – 5 ultimative Gründe

Ledersättel haben oft einen masochistischen Ruf. Und das ist verständlich – denn wenn man noch nie einen gefahren ist kann man sich einfach nicht vorstellen, dass dieses glatte, harte Stück Leder auch nur ein bisschen bequem sein kann. Viele Schrecken daher vor dem Kauf zurück .“Der ist doch viel zu hart“, habe auch ich mir gedacht. Doch nur wenige, die den Kauf wagten, haben ihn bereut. Mich eingeschlossen. Hier sind meine Top-5 gründe für einen Ledersattel.

Warum Ledersattel?

 

Warum Ledersattel?

  1. Der Sattel passt sich Deiner Anatomie an

    Jeder Mensch hat andere Sitzknochenabstände. Daher kann es keinen fabrikgefertigten, perfekt passenden Sattel geben. Die Lösung? Entweder man lässt sich für teures Geld einen Sattel maßschneidern, oder man nimmt sich die Zeit und fährt einen Ledersattel ein. Wie ein Volllederschuh, muss auch der Ledersattel „eingebrochen“ werden. Je nach Modell und Ausdauer werden hierzu 0-500km benötigt. Fährt man die ersten 100 – 150km zudem in kleinen Einheiten, geht das Einfahren meist schmerzfrei. Mehr dazu in meinem Erfahrungsbericht zum Einfahren.

  2. Die Optik ist ungeschlagen

    Ja, retro ist in. Aber mal ehrlich – Die Brooks Sättel sind doch wirklich optische Leckerbissen, oder? Und was mich anfangs wirklich gewundert hat: Auch auf absolut modernen Fahrrädern sehen die Ledersitze wirklich gut aus und wirken alles andere als deplatziert. Dank den vielen verschiedenen Modellen, Farben und Farben findet Jeder den passenden Sattel für sein Fahrrad.

  3. Gute Ledersättel sind sehr langlebig

    Es gibt einen Grund warum Brooks das Hauptmodell B17 seit über hundert Jahren unverändert produziert: Es hat sich bewährt. Gute Ledersättel haben (bei entsprechender Pflege) eine sehr hohe Lebenserwartung. Laufleistungen bis zu mittleren sechsstelligen Kilometern sind bekannt, mehrere zehntausend der absolute Standard.

  4. Ledersättel sind atmungsaktiv

    Leder ist ein Naturprodukt und daher atmungsaktiv. Ähnlich wie bei Schuhen hat das den netten Nebeneffekt, dass Schweiß abtransportiert wird. Der Hintern bleibt auf Ledersätteln angenehm trocken und die Hose klebt nicht am Sattel. So kommt es auch nicht zu einem Wärmestau mit feucht-tropischem Klima am Allerwertesten. Besonders bei langen Strecken ist das natürlich sehr, sehr angenehm für die Haut.

  5. Keine abgedrückten Blutgefäße und Nerven

    Ein häufiges Problem bei Gelsätteln sind eingeschlafene oder gar taube Hintern und Genitalien. Das passiert, weil durch das Einsinken in den Gelpolstern, neben den Sitzknochen, auch die empfindlichen Weichteile zwischen den Beinen aufliegen und bereits nach kurzen Strecken sehr viel Druck abbekommen. Dadurch werden Nerven und Blutbahnen abgedrückt. Bei einem gut eingestellten Ledersattel kann das nicht passieren.

Es gibt natürlich auch Gründe, die gegen einen Ledersattel sprechen:

  • Ledersättel dürfen zum Beispiel nicht nass werden, da sie dann abfärben können und sich verziehen. Feucht ist OK, aber auf keinen Fall durchnässt. Fährt man mit Schutzblechen (und bleibt auf dem Sattel sitzen) ist aber auch ein großer Wolkenbruch kein Problem. Und wenn man sein Fahrrad abstellt: Einfach eine Plastiktüte über den Sattel ziehen.
  • Ja, Ledersättel müssen eingefahren werden. Doch das ist wirklich nicht so schlimm wie man zuerst denkt. Wer das nicht glaubt, kann gerne meinen Ledersattel Erfahrungsbericht lesen. 😉

Fazit:

Auf den ersten Blick scheint einiges gegen einen Ledersattel zu sprechen. Doch alle, die es erstmal ausprobiert haben, sind bei einem Ledersattel geblieben. Hat man, mit etwas Liebe und Ausdauer, die ersten 100 – 300km geschafft, gilt nur noch eines: Der Sattel wird von Kilometer zu Kilometer bequemer.

 

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